Urlaub mit Hund – Was du vor der Reise unbedingt wissen solltest
Urlaub mit Hund kann ganz unterschiedlich aussehen.
Die einen fahren ans Meer, andere lieber in die Berge. Manche verbringen ihren Urlaub im Hotel oder im Ferienhaus, andere reisen mit dem Campingbus oder Wohnmobil.
Wir selbst sind seit einigen Jahren mit dem Campingbus und Amaterasu unterwegs und verbringen unseren Urlaub gerne abwechslungsreich. Mal stehen Wandern, Städte oder Ausflüge am Programm, dann wieder ruhigere Tage am Wasser oder einfach Zeit am Campingplatz.
Über die Jahre haben wir dabei einiges an Erfahrungen gesammelt, die uns das Reisen mit Hund leichter machen. Manches planen wir inzwischen ganz selbstverständlich mit ein, anderes haben wir erst unterwegs gelernt.
Gerade im Sommer lohnt es sich oft, ein paar Dinge vorher zu überlegen. Dann bleibt unterwegs meist mehr Zeit für das, worum es im Urlaub eigentlich geht: gemeinsam unterwegs sein und die Zeit miteinander genießen.
Gut vorbereitet starten: Was für uns beim Packen mit muss
Noch bevor es losgeht, überlege ich mir für Amaterasu möglichst alles, was wir unterwegs brauchen könnten. Gerade im Urlaub ist vieles nicht ganz so schnell organisiert wie zuhause und manches ist deutlich entspannter, wenn es einfach schon mit dabei ist.
Wichtig ist für mich vor allem: Im Urlaub möglichst wenig am gewohnten Alltag verändern.
Dazu gehört auch das Futter. Gerade auf Reisen, bei warmen Temperaturen oder vielen neuen Eindrücken reagiert der Körper oft sensibler. Eine zusätzliche Futterumstellung braucht es dann meist nicht auch noch.
Deshalb nehme ich genug von ihrem gewohnten Futter mit oder kläre vorher ab, ob es vor Ort erhältlich ist.
Mit dabei sind bei uns außerdem:
- Reiseapotheke und kleines Erste Hilfe Set
- Zeckenzange
- Impfpass
- Wassernapf und ausreichend Wasser für unterwegs
- Futter und Wasserschüssel
- Brustgeschirr und Leine
- zusätzlich ein zweites Brustgeschirr und eine Ersatzleine
- Schleppleine für den Campingplatz
- Gassisackerln
- Hundehandtücher
- Bademantel
- Spielzeug
- Kauartikel
- Leckerlies
- Zahnputzzeug
Amaterasu bekommt auch im Urlaub täglich die Zähne geputzt. Das gehört für uns auch unterwegs ganz selbstverständlich dazu.
Je nach Urlaub kommt bei uns noch mehr dazu.
Zum Beispiel:
- Schwimmweste fürs SUP
- Sonnenschirm oder Schattenzelt
- Bodenanker für den Strand
- zusätzliche Wasserflaschen für Ausflüge
Am Campingplatz haben wir Amaterasu meistens an einer Schleppleine gesichert, natürlich immer am Brustgeschirr.
Natürlich braucht nicht jeder Hund dasselbe.
Aber gerade bei Urlauben mit Hund finde ich es angenehm, lieber einmal mehr vorher durchzugehen, was wirklich hilfreich sein kann.
Dann startet die Reise oft deutlich entspannter.
Die Anreise: entspannt unterwegs sein
Mit dem Campingbus brauchen wir für längere Strecken meist etwas mehr Zeit als mit dem Auto und erreichen unser Ziel deshalb oft nicht schon am ersten Tag. Je nach Strecke übernachten wir zwischendurch auch auf einem Stellplatz und fahren am nächsten Tag weiter.
Mit Amaterasu beschränken wir unsere Tagesetappen auf ungefähr sechs Stunden Fahrzeit. Dazwischen machen wir regelmäßig Pausen zum Gassi gehen, Wasser trinken und natürlich auch für uns selbst.
Im Bus hat Amaterasu ihren festen Platz auf der Sitzbank, wo sie genügend Platz hat, um sich auch ausgestreckt hinzulegen. Gesichert ist sie bei uns mit einem Sicherheitsgurt für Hunde am Brustgeschirr.
Ganz wichtig ist dabei natürlich auch, sich vorher zu informieren, welche Transportbestimmungen für Hunde gelten. Je nach Land oder Fahrzeug können die Vorgaben unterschiedlich sein. Manche Hunde fahren in einer Transportbox mit, andere sind mit Sicherheitsgurt gesichert. Wichtig ist vor allem, dass dein Hund sicher mitfährt und bei einer Bremsung gut geschützt ist.
Wenn dein Hund in einer Box reist, sollte diese passend gewählt sein. Dein Hund sollte darin bequem sitzen, liegen und stehen können. Zusätzlich sollte die Box stabil stehen oder sicher befestigt sein und nicht verrutschen können. Gerade im Sommer ist auch eine gute Belüftung wichtig.
Auch das Reisegepäck sollte sicher verstaut sein. Vor allem im Campingbus oder im voll gepackten Auto kann sonst schnell etwas verrutschen oder bei einer Bremsung umfallen.
Zusätzlich haben wir im Bus am Platz von Amaterasu einen Ventilator eingebaut, damit es für sie angenehmer bleibt. Wenn ihr mit Klimaanlage unterwegs seid, gibt es auch praktische Luftschläuche, die sich befestigen lassen und die kühlere Luft weiter nach hinten leiten. So kommt auch am Hundeplatz im Fahrzeug mehr davon an.
Die regelmäßigen Pausen gehören für uns fix dazu und machen die Fahrt für alle deutlich entspannter.
Gut am Urlaubsort ankommen
Ob Campingplatz, Hotel oder Ferienwohnung: Wenn ihr angekommen seid, lohnt es sich oft, erstmal kurz in Ruhe anzukommen. Gerade nach längerer Fahrt ist für viele Hunde schon einiges passiert. Neue Umgebung, neue Gerüche und oft viele Eindrücke auf einmal.
Je nach Unterkunft schaue ich deshalb möglichst früh: Wo gibt es Schatten? Wo kann sich der Hund kurz lösen? Und wo ist ein ruhiger Platz zum Ankommen?
Auf Campingplätzen prüfe ich zusätzlich möglichst früh, ob Hunde wirklich erlaubt sind. Auch da gab es bei uns schon Überraschungen und wir mussten spontan weiterfahren.
Was ich außerdem gelernt habe: Nur weil dein Hund zuhause entspannt alleine bleiben kann, heißt das nicht automatisch, dass das auch im Urlaub genauso gut funktioniert.
Vor einigen Jahren waren wir mit meinen beiden Hunden Suki und Tarek unterwegs und hatten nach der Fähre von Korsika noch eine Nacht in Livorno im Hotel eingeplant. Wir brachten beide aufs Zimmer und wollten nur schnell das Gepäck holen.
Daheim konnten sie problemlos alleine bleiben und ich habe mir ehrlich gesagt nicht viel dabei gedacht. Wichtig war für mich in dem Moment einfach nur, dass sie aus dem heißen Auto rauskommen.
Als wir zurück ins Zimmer kamen, hatte Suki vor Stress ins Bett gepinkelt. Die arme Maus war komplett überfordert mit der Situation und uns war das an der Rezeption natürlich unglaublich unangenehm.
Seitdem denke ich bei solchen Situationen ganz anders. Urlaub bringt oft viele neue Eindrücke mit sich und manchmal reagieren Hunde in einer fremden Umgebung ganz anders als zuhause.
Ein bisschen Zeit zum Ankommen hilft deshalb oft sehr.
Sommerurlaub unterwegs: Strand, Stadt und Ausflüge
Im Urlaub sehen die Tage oft ganz unterschiedlich aus. Mal geht es ans Wasser, mal auf einen Ausflug oder in eine Stadt. Gerade im Sommer lohnt es sich dabei, den eigenen Hund gut im Blick zu behalten und manches etwas flexibler zu planen.
Am Strand prüfen wir vorher möglichst, ob Hunde erlaubt sind oder ob es eigene Hundestrände gibt. Gerade in der Hauptsaison gibt es dort oft eigene Regeln oder bestimmte Bereiche. In der Nebensaison wird manches entspannter gehandhabt, trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick vorher.
Wichtig finde ich am Strand vor allem Schatten und ausreichend Wasser. Ein Sonnenschirm oder Schattenzelt kann sehr hilfreich sein. Meerwasser sollten Hunde möglichst nicht trinken und nach dem Baden ist Abduschen sinnvoll, damit Salz und Sand möglichst gut aus dem Fell gespült werden.
Beim Wandern lohnt es sich im Sommer gut auf die Strecke zu schauen. Gerade im Süden gibt es teilweise deutlich weniger Schatten als erwartet. Oft wandert man auch durch die dichte Macchia, das mediterrane Unterholz, in dem sich die Hitze staut und kein Luftzug durchkommt. Uns fällt das oft gar nicht sofort auf, weil wir größer sind. Für den Hund sieht das ganz anders aus, weil er mitten in dieser aufgestauten Wärme unterwegs ist. Wir mussten deshalb auch schon Touren früher abbrechen. Lieber einmal umdrehen oder spontan umplanen als unterwegs merken, dass es zu viel wird.
Auch Städte bringen oft viele Eindrücke mit sich. Neue Gerüche, viele Menschen, Cafés, Restaurants und oft deutlich mehr Hundebegegnungen als im Alltag. Gerade im Sommer kommt zusätzlich schnell Hitze dazu. Asphalt, Pflastersteine oder wenig Schatten werden dabei oft unterschätzt. In vielen Altstädten heizen sich Wege deutlich auf und gerade rund um Plätze oder Fußgängerzonen gibt es nicht immer schnell einen schattigen Platz oder eine gute Rückzugsmöglichkeit.
Da hilft es oft, früher oder später unterwegs zu sein und zwischendurch bewusst Pausen im Schatten einzuplanen.
Amaterasu macht Stadtbesuche sehr gut. Wenn dein Hund bei Begegnungen mit anderen Hunden oder in trubeliger Umgebung Unterstützung braucht, kann das unterwegs natürlich nochmal herausfordernder sein.
Auch Restaurantbesuche gehören für viele im Urlaub dazu. Gerade in Italien sieht man in Restaurants sehr häufig Hunde unter den Tischen liegen. Wenn dein Hund das noch nicht kennt, kann es hilfreich sein, solche Situationen schon zuhause in kleinen Schritten zu üben.
Auch Ruhe gehört im Urlaub dazu
Im Urlaub ist oft viel los. Neue Orte, viele neue Gerüche, andere Temperaturen, ein anderes Klima, Menschenmengen und viele Eindrücke begleiten den Tag ganz automatisch mit.
Auch wenn einem Hund der Urlaub gut gefällt, kostet das oft viel Energie. Ich merke das bei Amaterasu jedes Mal. Sie ist gerne mit uns unterwegs und gleichzeitig merkt man gut, wie viele Eindrücke sie über den Tag sammelt.
Deshalb planen wir zwischendurch ganz bewusst ruhigere Tage ein. Mal verbringen wir einfach mehr Zeit am Campingplatz oder bleiben für ein paar Stunden am Wasser ohne großes Programm.
Auch bei Stadttagen schauen wir, dass es für alle gut passt. Wenn ich zum Beispiel in Ruhe shoppen gehen möchte, setzt sich Christian mit Amaterasu gerne in ein schattiges Café und liest. Und wenn er sich etwas anschauen möchte, wie zum Beispiel ein Museum, machen wir es einfach umgekehrt.
So entstehen zwischendurch immer wieder ruhigere Momente und nicht jeder Programmpunkt muss automatisch für alle gleichzeitig passen. Da hilft es oft, den eigenen Hund gut im Blick zu behalten und den Urlaub auch spontan ein bisschen anzupassen.
Nicht jeder Tag muss von früh bis spät mit Aktivitäten gefüllt sein. Oft passt es am besten, wenn Ausflüge und ruhigere Zeiten sich gut abwechseln.
Bei Amaterasu merke ich das auch nach dem Urlaub immer sehr deutlich. Auch wenn ihr das Unterwegssein richtig gut gefällt, ist sie zuhause danach meistens erstmal ziemlich müde und braucht ein bis zwei ruhige Tage, um wieder ganz anzukommen.
Und genau das zeigt mir jedes Mal wieder: Auch schöne Erlebnisse und viele neue Eindrücke kosten Hunde Energie. Das darf im Urlaub ruhig mit eingeplant werden.
Fazit
Urlaub mit Hund kann ganz unterschiedlich aussehen.
Umso hilfreicher ist es, den eigenen Hund gut im Blick zu behalten und den Urlaub so zu gestalten, dass es für alle gut passt.
Mit etwas Vorbereitung lässt sich vieles schon vorab entspannt planen und unterwegs zeigt sich oft ganz gut, was gerade passt und wo vielleicht lieber eine Pause sinnvoll ist.
Nicht jeder Tag muss voll sein und nicht alles muss genauso laufen wie zuhause. Oft sind es genau die kleinen Dinge zwischendurch, die den Urlaub angenehm machen.
Und mit der Zeit sammelt man ganz automatisch eigene Erfahrungen, die bei der nächsten Reise schon wieder hilfreich sind.

