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Zecken beim Hund: Was du über Zeckenmittel, Wirkung und Risiken wissen solltest

Mit den ersten warmen Tagen beginnt jedes Jahr wieder die Zeckenzeit. Viele Hundehalter stellen sich dann die gleiche Frage:
Welches Zeckenmittel soll ich meinem Hund geben?

 

In vielen Tierarztpraxen werden heute schnell Tabletten, Spot-ons oder inzwischen sogar Injektionen empfohlen. Besonders bekannt sind Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Isoxazoline.

 

Doch rund um diese Präparate gibt es auch kritische Stimmen. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen und sich selbst zu informieren, bevor man eine Entscheidung für den eigenen Hund trifft.

Zecken sind mehr als nur lästig

Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Borreliose

  • Anaplasmose

  • Babesiose

  • Ehrlichiose

Die Übertragung erfolgt meist nicht sofort. Häufig dauert es mehrere Stunden bis Tage, bis Krankheitserreger übertragen werden.

 

Deshalb ist eine der wichtigsten Maßnahmen im Alltag ganz simpel:

 

Den Hund regelmäßig nach Zecken absuchen und sie möglichst schnell entfernen.

Wie viele Zeckenmittel wirken

Viele moderne Zeckenmittel wirken systemisch. Das bedeutet:

 

Der Wirkstoff gelangt in den Körper des Hundes. Wenn eine Zecke Blut saugt, nimmt sie den Wirkstoff auf und stirbt anschließend.

 

Wichtig ist dabei zu verstehen:

 

Die Zecke muss den Hund zunächst beißen, bevor das Mittel wirken kann.

 

Das bedeutet: Diese Medikamente verhindern nicht unbedingt den Biss selbst.

Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Isoxazoline

Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören Wirkstoffe wie:

  • Fluralaner

  • Afoxolaner

  • Sarolaner

  • Lotilaner

Sie werden seit einigen Jahren häufig gegen Flöhe und Zecken eingesetzt und gelten als sehr wirksam.

Wie bei allen Medikamenten können jedoch auch Nebenwirkungen auftreten.

In den offiziellen Fachinformationen werden unter anderem genannt:

  • Erbrechen

  • Durchfall

  • Appetitlosigkeit

  • vermehrter Speichelfluss

In seltenen Fällen wurden auch neurologische Symptome wie Zittern, Koordinationsstörungen oder Krampfanfälle berichtet.

Diese Nebenwirkungen gelten als selten, werden aber weiterhin überwacht.

Neu: Zeckenschutz als Langzeit-Spritze

Inzwischen gibt es auch Präparate, die als Injektion mit bis zu einem Jahr Wirkung angeboten werden.

 

Das kann auf den ersten Blick praktisch wirken. Gleichzeitig bedeutet es aber auch:

 

Wenn ein Hund eine solche Behandlung nicht gut verträgt, lässt sich der Wirkstoff nicht einfach wieder absetzen, da er über einen langen Zeitraum im Körper bleibt.

 

Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor solchen Entscheidungen umfassend zu informieren.

Informiere dich – und stelle Fragen

Viele Hundehalter verlassen sich bei diesem Thema vollständig auf Empfehlungen von außen. Gleichzeitig berichten manche Besitzer, dass sie sich im Gespräch über mögliche Risiken oder Alternativen nicht immer umfassend informiert fühlen.

 

Die Realität ist:
Tiermedizinische Beratung findet oft unter Zeitdruck statt, und nicht jede Praxis nimmt sich gleich viel Zeit, um verschiedene Optionen ausführlich zu erklären.

 

Deshalb ist es sinnvoll, sich selbst zusätzlich zu informieren und Fragen zu stellen wie:

  • Wie genau wirkt dieses Mittel?

  • Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

  • Welche Alternativen gibt es?

  • Wie hoch ist das tatsächliche Risiko für meinen Hund?

Je besser du informiert bist, desto bewusster kannst du entscheiden, welcher Weg für deinen Hund passt.

Es gibt nicht die eine perfekte Lösung

Beim Thema Zeckenschutz gibt es selten eine Lösung, die für jeden Hund gleich gut funktioniert.

Eine sinnvolle Entscheidung hängt unter anderem ab von:

  • Lebensstil deines Hundes

  • Wohnregion

  • individuellem Risiko

  • Gesundheitszustand

  • persönlicher Einstellung zu Medikamenten

Manche Hunde vertragen Medikamente sehr gut. Andere reagieren empfindlicher.

Mein persönlicher Blick als Hundetrainerin

In meiner Arbeit sehe ich viele Hunde und spreche täglich mit Hundehaltern über ihre Erfahrungen.

 

Dabei fällt mir immer wieder auf, wie unterschiedlich die Informationen sind, die Menschen zu diesem Thema bekommen.

 

Mir ist deshalb besonders wichtig, dass Hundehalter informierte Entscheidungen treffen und nicht einfach aus Gewohnheit zu einem bestimmten Produkt greifen.

 

Je mehr Wissen du über Zecken, Krankheiten und verschiedene Schutzmöglichkeiten hast, desto besser kannst du abwägen, was für deinen Hund sinnvoll ist.

In der nächsten Folge dieser Serie

Das Thema Zeckenschutz ist komplex und lässt sich kaum in einem einzigen Artikel vollständig erklären. Deshalb wird es hier auf dem Blog eine kleine Serie geben.

 

In den nächsten Artikeln schauen wir uns verschiedene Möglichkeiten genauer an:

  • pflanzliche und natürliche Produkte

  • chemische Zeckenmittel und ihre Wirkweise

  • was der Unterschied zwischen repellierenden Mitteln (Repellent) und abtötenden Wirkstoffen ist

  • welche Kombinationen im Alltag sinnvoll sein können

Repellierende Mittel sollen Zecken möglichst davon abhalten, sich überhaupt am Hund festzusetzen. Andere Präparate wirken erst, wenn die Zecke bereits gebissen hat und den Wirkstoff aufnimmt.

 

Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile – und in manchen Situationen kann auch eine Kombination verschiedener Maßnahmen sinnvoll sein.

Mir ist wichtig, hier kein „Entweder-oder“ zu vertreten. Auch ich musste mich mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen: Meine Hündin Amaterasu hatte bereits Anaplasmose. Seitdem gehe ich beim Zeckenschutz bewusster vor und nutze selbst ein Spot-on Präparat.

 

Gleichzeitig schaue ich mir genau an, welche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sein können – von pflanzlichen Produkten bis hin zu praktischen Strategien im Alltag.

 

In den nächsten Artikeln dieser Serie möchte ich dir deshalb verschiedene Möglichkeiten vorstellen, damit du informiert entscheiden kannst, welcher Zeckenschutz zu dir und deinem Hund passt.