Mit dem Hund in den Urlaub fahren klingt oft ganz unkompliziert.
Gerade innerhalb Europas wirkt vieles spontan und einfach geplant. Gleichzeitig gibt es je nach Reiseziel einige Dinge, die leicht übersehen werden und später schnell stressig werden können.
Einreisebestimmungen, Mittelmeerkrankheiten, besondere Vorschriften für einzelne Hunderassen, Hitze, Hundestrände oder Regeln in öffentlichen Verkehrsmitteln unterscheiden sich teilweise deutlich von Land zu Land.
Je besser du vorbereitet bist, desto entspannter startet eure Reise.
Einreisebestimmungen frühzeitig prüfen
Innerhalb der EU reisen viele Menschen mit Hund relativ unkompliziert. Trotzdem gibt es je nach Land unterschiedliche Vorschriften und zusätzliche Regelungen.
Wichtig sind unter anderem:
- gültiger EU Heimtierausweis
- Mikrochip zur eindeutigen Kennzeichnung
- in Österreich zusätzlich die Registrierung in der Heimtierdatenbank
- gültige Tollwutimpfung
- bei einer Erstimpfung gilt die Tollwutimpfung für Reisen innerhalb der EU erst nach 21 Tagen als gültig
- Maulkorbpflicht in bestimmten Bereichen
- Leinenpflicht
- besondere Regelungen für einzelne Hunderassen
Teilweise werden zusätzlich Gesundheitszeugnisse verlangt oder bestimmte Parasitenbehandlungen vorgeschrieben.
Wichtig ist dabei vor allem:
Verlasse dich nicht auf alte Informationen aus Facebook Gruppen oder Foren. Vorschriften können sich ändern und manche Länder kontrollieren deutlich strenger als
andere.
Informiere dich deshalb immer direkt bei offiziellen Stellen, offiziellen Behörden oder der jeweiligen Botschaft. Gerade bei Reisen ins Ausland lohnt sich ein kurzer Blick vorab, damit es unterwegs keine unangenehmen Überraschungen gibt.
Rasselisten im Ausland werden oft unterschätzt
Viele denken bei Rasselisten zuerst an Staffordshire Terrier oder ähnliche Rassen.
Je nach Land stehen dort aber teilweise auch Hunde, mit denen viele nicht rechnen würden.
Ich war selbst überrascht, als ich gesehen habe, dass für Akita Inu in manchen Ländern deutlich strengere Vorschriften gelten können.
Je nach Reiseziel können unter anderem vorgeschrieben sein:
- Maulkorb
- besondere Leinenregelungen
- zusätzliche Unterlagen
- Einschränkungen in öffentlichen Bereichen
- regionale Unterschiede innerhalb eines Landes
- oder im schlimmsten Fall Einreiseverbote
Auch Dänemark wird von vielen Hundehaltern unterschätzt.
Dort gelten strenge Hundegesetze. Nach schweren Beißvorfällen können Behörden je nach Situation sehr streng entscheiden. Zusätzlich gibt es Regelungen zu bestimmten
Hunderassen, die vor einer Reise unbedingt geprüft werden sollten.
Gerade deshalb lohnt es sich, sich vorab nicht nur über Einreisebestimmungen zu informieren, sondern auch über die geltenden Hundegesetze im Urlaubsland.
Mittelmeerkrankheiten und Parasiten ernst nehmen
Vor allem in südlichen Ländern spielen Mittelmeerkrankheiten eine wichtige Rolle.
Dazu gehören unter anderem:
- Leishmaniose
- Ehrlichiose
- Babesiose
- Herzwürmer
Übertragen werden manche dieser Erkrankungen durch Sandmücken oder Zecken.
Was dabei oft unterschätzt wird:
Nicht jeder Hund zeigt direkt Symptome. Manche Beschwerden treten erst Wochen oder Monate später auf.
Deshalb ist es sinnvoll, sich schon vor der Reise mit dem passenden Schutz zu beschäftigen.
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Reiseziel, von der Reisezeit und natürlich auch vom einzelnen Hund ab. Im Zweifel ist dein Tierarzt dafür eine gute Anlaufstelle.
Hitze im Urlaub wird oft unterschätzt
Sommerurlaub kann für Hunde wunderschön sein und gleichzeitig ziemlich anstrengend werden.
Asphalt, wenig Schatten, lange Autofahrten, Stau, heiße Campingplätze oder volle Touristenorte werden schnell zur Belastung.
Viele Hunde schlafen unterwegs schlechter, stehen durch die neue Umgebung unter mehr Spannung und können sich schlechter erholen als zuhause.
Gerade bei Reisen im Sommer hilft es, gut zu planen:
- ausreichend Wasser
- Schattenplätze
- Kühlmöglichkeiten
- regelmäßige Pausen
- Spaziergänge möglichst früh morgens oder abends
Auch heißer Sand und Asphalt werden leicht unterschätzt.
Wenn es für deine Hand unangenehm heiß ist, ist es meist auch für Hundepfoten zu heiß.
Hundestrände und Hauptsaison
Nicht überall, wo Urlaub mit Hund möglich ist, dürfen Hunde automatisch auch an den Strand.
Gerade in der Hauptsaison gibt es oft Einschränkungen.
Zum Beispiel:
- Hunde nur an ausgewiesenen Hundestränden
- Zutritt nur zu bestimmten Uhrzeiten
- Leinenpflicht
- zusätzliche Regeln am Campingplatz oder Strand
Das ist von Land zu Land und oft sogar regional sehr unterschiedlich.
Ein kurzer Blick vorab spart später viel Ärger.
Öffentliche Verkehrsmittel mit Hund im Ausland
Auch öffentliche Verkehrsmittel funktionieren nicht überall gleich unkompliziert.
Je nach Land oder Region gelten unterschiedliche Regeln für Hunde in:
- Bussen
- Zügen
- Straßenbahnen
- U Bahnen
- Fähren
- Bergbahnen
Teilweise gilt Maulkorbpflicht oder Hunde brauchen ein eigenes Ticket. In manchen Regionen dürfen größere Hunde nur eingeschränkt mitfahren oder Hunde sind in
bestimmten Verkehrsmitteln gar nicht erlaubt.
Das überrascht viele erst vor Ort.
Mir selbst ist das zum Beispiel im Elsass in Frankreich aufgefallen. Dort wollten wir vom Campingplatz mit dem Bus nach Colmar fahren und standen dann plötzlich vor
der Situation, dass Hunde im Bus nicht mitgenommen werden dürfen.
Zum Glück war es bei uns Frühjahr und die Temperaturen angenehm, sodass wir den Weg zu Fuß gehen konnten.
Gerade im Sommer wäre das aber deutlich schwieriger gewesen.
Wenn du im Urlaub öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchtest, lohnt es sich deshalb, die Regelungen vorher kurz zu prüfen.
Reiseapotheke und Tierärzte vorab planen
Im Urlaub möchte niemand plötzlich hektisch nach einer Tierklinik suchen müssen.
Deshalb lohnt es sich, bereits vor der Reise:
- Tierärzte in der Nähe herauszusuchen
- Notfallnummern abzuspeichern
- wichtige Medikamente mitzunehmen
- den Impfpass griffbereit zu haben
In eine sinnvolle Reiseapotheke gehören zum Beispiel:
- Verbandsmaterial
- Zeckenzange
- Desinfektion
- Medikamente deines Hundes
- Durchfallmedikamente nach Absprache mit dem Tierarzt
- Pfotenschutz
- wichtige Telefonnummern
Gerade im Ausland ist man oft froh, vorbereitet zu sein.
Was deinem Hund im Urlaub hilft
Reisen bringt viele neue Eindrücke mit sich.
Ein anderer Tagesablauf, neue Umgebungen, fremde Geräusche, viele Menschen oder deutlich mehr Hundebegegnungen als gewohnt können für Hunde sehr aufregend sein.
Gerade in Städten, auf Campingplätzen oder an beliebten Urlaubsorten lassen sich Hundebegegnungen oft nicht so gut steuern wie zuhause. Auch im Restaurant, auf Wegen oder rund um den Stellplatz sind andere Hunde häufig deutlich näher als im gewohnten Alltag.
Hilfreich ist deshalb, wenn dein Hund bereits kennt:
- ruhig im Auto mitzufahren
- sich auch in neuer Umgebung gut orientieren zu können
- Begegnungen mit anderen Hunden möglichst entspannt zu meistern
- bei vielen Reizen ansprechbar zu bleiben
- einen Maulkorb zu kennen, falls dieser im Urlaub gebraucht wird
- in einem Café oder Restaurant zur Ruhe zu kommen
Nicht jeder Urlaub sieht gleich aus und nicht jeder Hund bringt dieselben Voraussetzungen mit.
Umso hilfreicher ist es, bestimmte Alltagssituationen schon zuhause kleinschrittig zu üben.
Viele Dinge, die im Urlaub plötzlich wichtig werden, begegnen uns auch im Hundetraining immer wieder.
Wenn du bei bestimmten Themen wie Hundebegegnungen, Orientierung unterwegs oder Ruhe in neuer Umgebung Unterstützung möchtest, können wir genau daran schon vor dem Urlaub gemeinsam arbeiten.
So wird nicht nur die Reise entspannter, sondern oft auch euer Alltag zuhause.
Fazit
Urlaub mit Hund kann wunderschön sein – bringt aber oft deutlich mehr Planung mit sich, als viele erwarten.
Je besser du vorbereitet bist, desto entspannter wird die Reise für dich und deinen Hund.
Und oft sind es gerade die kleinen Dinge, die unterwegs den größten Unterschied machen.
